Im Hof stapelte man Schlammziegel, glättete Innenflächen mit feuchter Hand und verfestigte Schichten mit Asche. Die Öffnung wurde so gestaltet, dass Luft zieht, aber Hitze bleibt. Kinder sammelten Brennmaterial, Erwachsene prüften den Zug mit einem Blatt. Wenn die Kuppel glühte, klebte man Fladen an die Wand oder schob Töpfe ins Zentrum. Risse wurden mit Schlamm geflickt. Der Ofen alterte sichtbar, doch arbeitete er zuverlässig, Tag für Tag, wie ein vertrauter, atmender Körper aus Erde.
Neben festen Öfen nutzte man tragbare Kohlenbecken aus Keramik, die auf Dächern oder in windigen Ecken standen. Dort kochten Zwiebeln und Linsen langsam, während der Blick über den Nil lief. Die Höhe schützte vor Tieren, der Luftzug half dem Feuer. Leichte Töpfe mit rundem Boden standen sicher in ringförmigen Stützen. Wer auf dem Dach kochte, wusste um Wetter, Sterne und Nachbarschaft: Gerüche wanderten, Rufe mischten sich, und manchmal wanderte ein Löffel Salz von Haus zu Haus.
Das Feuer lebte von dem, was die Flusslandschaft gab: getrockneter Dung formte Fladen, die ruhig und heiß brannten, Stroh entzündete den ersten Funken, Holzreste aus Werkstätten spendeten kurze Spitzenhitze. Kinder lernten, welche Mischung die beste Glut für Brot, Eintopf oder Biermaische lieferte. Die Kunst lag im Timing: rechtzeitig nachlegen, aber nicht ersticken. Ein geübtes Ohr hörte das Knistern, ein geübtes Auge las an der Farbe der Kuppel, wann der perfekte Moment gekommen war.